Interaktives 3D Modell
Dieses Projekt entstand im Rahmen des Moduls Computergrafik (DM4) im Sommersemester 2024. Die nachfolgende Dokumentation beschreibt den detaillierten gestalterischen und technischen Prozess zur Erstellung einer 3D-Szene. Ziel war es, ein Hero-Objekt in eine narrative und atmosphärisch dichte Cyberpunk-Umgebung einzubetten.
Als Hero-Objekt für die Szene wurde die Leica M3 gewählt. Für eine möglichst realistische und präzise Modellierung habe ich umfangreiches Referenzmaterial gesammelt, darunter Schnittzeichnungen (Section through modellic camera) und Fotografien des ikonischen Apparats. Der Fokus lag darauf, die Formtreue und die komplexen mechanischen Proportionen exakt in 3D nachzubilden.
Quelle 1: LeicaRumors (Referenzsammlung). Link öffnen
Quelle 2: Leica-Referenz. Link öffnen
Quelle 3: Leica-Referenz. Link öffnen
Quelle 4: Leica M3 Detailseite. Link öffnen
Die Umgebung zeigt eine futuristische Cyberpunk-Verbrechensszene ("Crime Scene"), die gerade mittels einer holographischen Rekonstruktion untersucht wird. Wichtige Hintergrundelemente, die das Storytelling unterstützen, sind verstreute Patronenhülsen, zersplittertes Glas, das stark im Neonlicht leuchtet, sowie Graffiti an den Wänden.
Um den dystopischen Look zu unterstreichen, wurden vorwiegend Materialien wie Beton, Chrom, Metall und Glas verwendet. Die Oberflächen sind bewusst stark gebraucht, zerkratzt und schmutzig angelegt. Ein nasser Boden sorgt für markante Reflexionen der Neonlichter, was die klassische Cyberpunk-Atmosphäre perfektioniert.
Quelle 5: Crime-Scene-Referenz. Link öffnen
Quelle 6: Weitere Cyberpunk-Referenz. Link öffnen
Graffiti-Referenz: Link öffnen
Reflektion / Nachtstadt: Link öffnen
Der Szenenaufbau und die Beleuchtung basieren auf umfangreichen Moodboards. Die visuelle Richtung wird durch urbanen Verschleiß, starke Neon-Kontraste und leuchtende holographische Elemente bestimmt.
Die emotionale Atmosphäre lebt dabei von einem extremen Kontrast: Die alte, analoge Mechanik der Leica M3 steht im harten Gegensatz zur digitalen, futuristischen Welt. Diese ungewöhnliche Kombination verwebt Vergangenheit und Zukunft miteinander. Das Bild soll den Betrachter gezielt dazu einladen, über diese Verbindung nachzudenken und eine eigene Geschichte zu interpretieren – sei es eine Zeitreise, ein Kunstdiebstahl oder ein völlig anderes narratives Szenario.
Quelle 7: Pinterest Moodboard. Link öffnen
Quelle 8: Pinterest Moodboard. Link öffnen
Quelle 9: Moodboard. Link öffnen
Quelle 10: Pinterest Moodboard. Link öffnen
Beim Aufbau der Szene wurde das Hero-Objekt (die Leica) strategisch nach der Drittel-Regel im vorderen Bildbereich positioniert, um den Blick sofort zu fangen. Der Hintergrund wurde bewusst mit Tiefenunschärfe versehen, damit der Fokus klar auf der Kamera liegt, die dichte Atmosphäre der Umgebung aber dennoch deutlich spürbar bleibt. Die Testrender dokumentieren die schrittweise Entwicklung der Lichtstimmung, das Reduzieren von Bildrauschen und das Ausarbeiten der Details.
Erster Entwurf: Grundformen und erstes Bildlayout.
Testrender 1: Frühe Licht- und Noise-Probleme.
Testrender 2: Weniger Rauschen, aber Helligkeit noch nicht stimmig.
Testrender 3: Zu dunkle Beleuchtung und dadurch unruhiges Bild.
Testrender 4: Mehr Details für stärkere Glaubwürdigkeit.
Testrender 5: Letztes Teststadium vor dem finalen Render.
Zwischenfazit: Die größten Qualitätssprünge kamen durch sauberes Lighting, konsistentere Materialien und gezielte kleine Story-Details im Umfeld.
Der finale Schliff wurde in Photoshop umgesetzt. Fokus, Farbklima und Tiefenwirkung wurden so angepasst, dass die Leica klar im Vordergrund steht und die Szene trotzdem räumlich und atmosphärisch wirkt. Besonders die kontrollierte Hintergrundunschärfe und das feinere Color Grading haben das Endbild deutlich aufgewertet.
Vorher: Letzter Testrender vor dem finalen Grading.
Final: Endstand nach Lighting- und Postproduktions-Finish.
Rückblickend war das Projekt für mich besonders wertvoll, weil es den kompletten 3D-Workflow vereint hat: von der Recherche und dem Moodboarding über Modellierung, Material- und Lichtaufbau bis zur finalen Postproduktion. Ich habe deutlich besser verstanden, wie stark sich kleine technische Entscheidungen auf die Bildwirkung auswirken.
Der größte Lerngewinn lag für mich in der Iteration. Erst durch mehrere Testrender wurden Probleme wie Rauschen, falsche Helligkeitsverhältnisse oder unklare Fokusführung wirklich sichtbar. Mit jeder Version konnte ich präziser korrigieren und die Szene schrittweise näher an die gewünschte Stimmung bringen.
Gleichzeitig hat das Projekt gezeigt, wie wichtig die Verbindung aus Technik und Gestaltung ist: Ein sauber modelliertes Objekt allein reicht nicht aus, wenn Licht, Material und Komposition nicht zusammenarbeiten. Genau dieses Zusammenspiel ist im finalen Render aus meiner Sicht gelungen und bildet eine gute Grundlage für zukünftige, komplexere 3D-Projekte.