Better Cities - Better Lives | Semesterprojekt 3. Semester
Bei diesem Projekt stand ich vor der Herausforderung, das abstrakte Semesterthema „Better Cities - Better Lives“ in konkrete, visuelle Konzepte zu übersetzen. Mein Ziel war es nicht nur, "schöne Bilder" zu erstellen, sondern einen fundierten Designprozess zu durchlaufen – von der strategischen Themenfindung über die Entwicklung eines eigenen Bewertungsrahmens bis hin zur technischen High-End-Realisierung in Photoshop.
Zu Beginn analysierte ich verschiedene Themenfelder. Mein ursprünglicher Favorit „Lichtverschmutzung“ erwies sich in der Analyse als visuell schwer greifbar. Um eine stärkere Wirkung zu erzielen, pivotierte ich zum Thema „Nachtmarkt & Urbane Sicherheit“. Meine Leitfrage war: Wie kann ich Angsträume in der Stadt durch Licht und soziale Nutzung in lebendige Lebensräume verwandeln?
Themenfindung: Mein Auswahlprozess und die strategische Neuausrichtung.
Locations: Die drei Orte, die das größte Transformationspotenzial boten.
Gutes Design ist für mich kein Zufallsprodukt. Um meine Entwürfe objektiv bewerten zu können, habe ich einen eigenen Handlungsrahmen entwickelt. Statt mich nur auf mein Bauchgefühl zu verlassen, prüfte ich jede Variante anhand fester Kriterien: Narrative Struktur, Lichtwirkung, Komposition und Symbolik. Dieses System half mir, Entscheidungen nicht nur ästhetisch, sondern auch funktional zu begründen und die Qualität über die gesamte Bildreihe hinweg zu sichern.
Methodik: Meine Matrix zur objektiven Bewertung der Entwurfsqualität.
Die Challenge: Eine dunkle, abweisende Durchgangsstraße ohne Aufenthaltsqualität.
Mein Ansatz: Ich wollte den Raum durch Wärme und menschliche Maßstäbe neu definieren.
Im Entwurfsprozess explorierte ich drei Richtungen:
Konzept Wärme: Fokus auf soziale Interaktion und einladendes Licht.
Konzept Tech: Ein futuristischer Ansatz mit leuchtenden Bodenleitsystemen.
Konzept Natur: Ein starker Kontrast durch Fassadenbegrünung und Wasser.
Für die finale Umsetzung (siehe Slider oben) kombinierte ich die stärksten Elemente: Die soziale Wärme der ersten Variante mit der organischen Ruhe der Natur-Variante. Technisch lag der Fokus auf einem realistischen Licht-Setup und der nahtlosen Integration von 3D-Elementen in das Foto.
Variante 1: Fokus auf Wärme und Vermenschlichung.
Variante 2: Futuristischer Ansatz mit Lichtleitern.
Variante 3: Starker Kontrast durch Fassadenbegrünung und Wasser.
Key Decision: Ich entschied mich für die Fusion aus Variante 1 und 3, um maximale Aufenthaltsqualität zu visualisieren.
Die Challenge: Eine riesige, ungenutzte Brachfläche, die nachts tot wirkt.
Mein Ansatz: "Placemaking" – aus einer Fläche einen Ort machen.
Hier experimentierte ich mit Maßstäblichkeit. Während Variante 2 (Gewächshaus) und 3 (Event-Zelt) eher auf architektonische Solitäre setzten, wählte ich final Variante 1. Warum? Weil sie durch Lichtstrukturen und Marktstände eine soziale Infrastruktur schafft, die den Raum *nutzbar* macht, statt ihn nur zu dekorieren.
M2 Final (Variante 1): Strukturierung durch Lichtarchitektur.
Variante 2: Architektur-Fokus (Gewächshaus).
Variante 3: Event-Charakter.
Key Decision: Entscheidung für Variante 1, da sie die stärkste städtebauliche Transformation bietet.
Die Challenge: Ein Ort mit hoher Frequenz (Kino-Nähe), der aber architektonisch verschlossen wirkt.
Mein Ansatz: Öffnung und Transparenz.
Mein Ziel war es, die harte Grenze zwischen Innen und Außen aufzulösen. Ich entwickelte Konzepte von reinen "Meeting Points" bis hin zu Lichtskulpturen. Die finale Lösung ist ein multifunktionaler „Leuchtturm“: Durch das Öffnen der Fassade, Balkone und Treppen schaffe ich Blickbeziehungen, die soziale Kontrolle und Sicherheit ganz natürlich fördern.
Variante 1: Nachbarschaftstreffpunkt.
Variante 2: Künstlerische Lichtskulptur.
Variante 3: Fassadenbegrünung und Wasser sowie ein futuristischer Ansatz.
Key Decision: Die Wahl fiel auf die architektonische Öffnung (Variante 3), um Interaktion zu erzwingen.
Die finalen Skizzen zeigen die Synthese aus meinen drei Konzepten. Durch die Kombination von sozialen Elementen (Marktstände), architektonischen Eingriffen (Fassadenöffnung) und atmosphärischen Details (Lichtführung) konnte ich eine überzeugende Vision für die Zukunft der Stadt entwickeln, die nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch funktional und sozial wirksam ist.
Olga Str.
Industriegebiet
Haus
Der Vergleich zwischen meinen Konzeptskizzen und den finalen Composings zeigt, wie wichtig die Detailarbeit in der Post-Production ist. Während das Konzept die Richtung vorgibt, entsteht die Atmosphäre erst durch das präzise Color-Grading und Lighting.
Mein wichtigstes Learning aus diesem Projekt:
Kreativität braucht Struktur. Erst durch den methodischen Aufbau (Analyse -> Bewertungsmatrix -> Iteration) konnte ich Ergebnisse erzielen, die nicht nur gut aussehen, sondern auch inhaltlich funktionieren.
Die Arbeit hat mir gezeigt, dass ich komplexe räumliche Probleme visuell lösen und atmosphärisch dicht umsetzen kann.